Blaich und Partner Rechtsanwälte mbB

Laie darf sich auf unseriöse Zusicherung verlassen

Ein unerfahrener Kunde kaufte im Jahr 2006 auf Empfehlung einer Versicherungsgesellschaft Anteile an einem Investmentfonds. Im handschriftlichen Vorsorgeplan notierte der Berater: „Geldanlage 15.000 Euro ohne Kapitalverzehr.“ Von der Anlagesumme sollten jährlich 894 Euro in die Finanzierung zweier Riester-Renten fließen. Im Jahr 2008 betrug das Kapital noch 9.011,88 Euro. Im Jahr 2012 erhob der Kunde Klage auf Schadensersatz.

Die Versicherungsgesellschaft berief sich auf Verjährung. Der Kunde habe spätestens im Jahr 2008 erkennen müssen, dass die Erhaltung des Kapitals ungewiss sei. Die dreijährige Verjährungsfrist sei daher 2011 abgelaufen. Der Bundesgerichtshof kam im Urteil vom 25. Oktober 2018 (Az. III ZR 122/17) zu einem anderen Ergebnis. Demnach beginnt die Verjährungsfrist, sobald sich dem Geschädigten die Erkenntnis aufdrängen muss, dass er falsch beraten wurde. Die Kapitalgarantie wäre zwar für einen Fachmann nicht plausibel  gewesen. Der Kunde durfte sich als Laie jedoch auf die Zusage des Beraters verlassen. Auch im Jahr 2008 war der Kapitalverlust noch nicht so hoch, dass der Kunde den Beratungsfehler hätte erkennen müssen.

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