Blaich und Partner Rechtsanwälte mbB

Geschäftsleiter haftet wie ein Insolvenzverwalter

Im Insolvenzverfahren über das Vermögen einer GmbH & Co. KG wurde eine Eigenverwaltung angeordnet. Die Gesellschaft ließ sich daraufhin Textilien für rund 87.000 Euro liefern, konnte aber den Kaufpreis nicht aus der Insolvenzmasse bezahlen. Die Verkäuferin nahm den Geschäftsführer der Komplementär-GmbH deshalb auf Schadensersatz in Anspruch. Sie kann sich dabei auf § 61 Insolvenzordnung (InsO) berufen, der eine Haftung des Insolvenzverwalters für Pflichtverletzungen regelt. Zwar ist der GmbH-Geschäftsführer kein Insolvenzverwalter, und bei Eigenverwaltung haftet nur der Schuldner selbst, hier also die GmbH & Co. KG. Doch § 61 InsO lässt sich auf den Geschäftsleiter einer juristischen Person analog anwenden, wie aus einem Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) vom 26. April 2018 hervorgeht (Az. IX ZR 238/17). Er hat wie ein Insolvenzverwalter Sicherungsgut zu verwerten und über die Erfüllung von Verträgen zu befinden. Deshalb muss er auch wie ein Insolvenzverwalter haften. Den Gläubigern wäre nicht gedient, wenn der Geschäftsleiter nur der GmbH & Co. KG gegenüber für Fehler bei der Eigenverwaltung einzustehen hätte. Sie könnten sich dann bloß aus den Haftungsansprüchen der KG gegen den Geschäftsleiter befriedigen.

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