Blaich und Partner Rechtsanwälte mbB

Vertragszins darf Durchschnittswert überschreiten

Wenn ein Verbraucher einen Darlehensvertrag widerrufen hat, bleiben der Bank trotzdem die Zinsen erhalten, die bis zum Widerruf gezahlt wurden. Nur bei krasser Überschreitung des marktüblichen Zinssatzes muss das Kreditinstitut die Differenz erstatten. Sofern der Vertragszins den statistischen Durchschnittswert für vergleichbare Kredite nicht um mehr als einen Prozentpunkt übersteigt, obliegt dem Kunden der Beweis der Zinsüberhöhung. Dabei ist zu berücksichtigen, dass der Vertragszins, im Unterschied zum Durchschnittswert aus der Statistik, auch die individuellen Umstände widerspiegelt, vor allem die Bonität des Darlehensnehmers und den Wert der Sicherheiten. Das geht aus dem Urteil des Oberlandesgerichts Nürnberg vom 29. Mai 2017 (Az. 14 U 118/16) hervor.

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