Blaich und Partner Rechtsanwälte mbB

Verjährung beginnt mit Vertragsabschluss

Eine Kundin nahm im Oktober 2001 ein Bankdarlehen in Höhe von 205.000 Euro auf, das am 1. Oktober 2013 mit der Ablaufleistung einer gleichzeitig abgeschlossenen Lebensversicherung zurückgezahlt werden sollte. Das Finanzierungsmodell beruhte auf einer Empfehlung der Bank. Als Ablaufleistung wurden 212.367 Euro angenommen. Die Versicherungsgesellschaft zahlte am 1. Oktober 2013 jedoch lediglich 165.961,40 Euro, weil die Überschussbeteiligung hinter den Erwartungen zurückblieb. Die Kundin brachte die Differenz aus eigener Tasche auf, verklagte die Bank dann aber auf Schadensersatz und warf ihr vor, sie nicht über die Möglichkeit einer Deckungslücke am Ende der Laufzeit aufgeklärt zu haben. Die Klage hatte keinen Erfolg, weil nach Ansicht des Bundesgerichtshofs die zehnjährige Verjährungshöchstfrist bereits verstrichen war (Urteil vom 16. Mai 2017, Az. XI ZR 430/16). Der Schaden entstand nicht erst am 1. Oktober 2013, sondern schon mit Vertragsschluss im Jahr 2001, weil die Kombination von Kredit und Lebensversicherung nachteilig für die Kundin war. Ein Annuitätendarlehen hätte 3.696,48 Euro weniger gekostet. Die Verjährung begann deshalb am 1. Januar 2002.

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