Blaich und Partner Rechtsanwälte mbB

Darlehen: Nutzungen nur aus Zinsanteil

Ein Kreditnehmer widerrief im September 2013 einen Immobilien-Darlehensvertrag aus dem Jahr 2003. Er verlangte daraufhin von der Bank rund 104.000 Euro als Ersatz des Zinsnutzens, den das Institut seiner Ansicht nach während der zehn Jahre aus den Ratenzahlungen des Kunden gezogen hatte. Das Landgericht Stuttgart (Urteil vom 9. April 2015, Az. 12 O 293/14) sprach ihm lediglich rund 25.000 Euro zu. Nach wirksamem Widerruf muss die Bank zwar Nutzungsersatz in Höhe von fünf Prozentpunkten über dem jeweiligen Basiszinssatz pro Jahr zahlen, jedoch nur aus dem Zinsanteil der Rate, nicht auch aus dem Tilgungsanteil. Sonst wäre der Kunde infolge des Widerrufs bessergestellt, als wenn er den Darlehensvertrag gar nicht erst geschlossen hätte.

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