Blaich und Partner Rechtsanwälte mbB

Missbrauch der EC-Karte

Mit einer EC-Karte wurden in der Nacht vom 7. auf den 8. März 2010 kurz nach-einander 19-mal je 500 Euro und einmal 150 Euro, insgesamt 9.650 Euro, an einem Geldautomaten unter Eingabe der PIN abgehoben. Die Konto inhaberin meldete der Bank am 10. März 2010, dass ihr die Karte abhanden gekommen sei und ein Unbefugter die Abhebungen vorgenom-men habe. Die Klage auf Rückbuchung hatte bis auf 150 Euro Erfolg (Oberlan-desgericht Düsseldorf, Urteil vom 6. Ju-li 2012, Az. I-17 U 79/11). Den Anschein, dass sie die Karte selbst benutzt habe, konnte die Kundin erschüttern, indem sie vortrug, sie habe bei der letzten Ver-wendung am 5. März 2010 Schwierigkei-ten gehabt und die Karte anschließend vermisst. Auch die rasche Folge der Ab-hebungen sprach für einen Missbrauch der Karte. Dem Rückbuchungsanspruch der Kundin nach § 675 u Satz 2 BGB steht keine Schadensersatzforderung der Bank gemäß § 675 v Absatz 2 Satz 2 BGB we-gen grob fahrlässigen Umgangs mit der Karte oder der PIN entgegen. Die Kun-din verwahrte die PIN im Safe. Sollte sie die Karte bei der letzten Geldabhebung liegen gelassen haben, wäre dies nicht grob fahrlässig. Schadensersatz konnte die Bank gemäß § 675 v Absatz 1 Satz 1 BGB nur in Höhe von 150 Euro verlan-gen. Auf ein Verschulden der Kundin kommt es dabei nicht an.

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