Blaich und Partner Rechtsanwälte mbB

Kredit-Mithaftung

Der Ehemann nahm hauptsächlich zur Ablösung ei-nes Darlehens, mit dem er das Familienauto finan-ziert hatte, einen Kredit auf. Der Rest diente nach sei-nen Angaben zum Möbelkauf. Auf Wunsch der Bank unterschrieb die mittellose Ehefrau den Vertrag als Darlehensnehmerin. Sie und die Bank wussten nicht, dass der Mann mit dem ausgezahlten Kreditteil sei-ne Freundin auf den Philippinen unterstützen woll-te. Die Klage der Bank gegen die Ehefrau auf Rück-zahlung des gekündigten Kredits wurde abgewiesen (Oberlandesgericht Karlsruhe, Urteil vom 25. Okto-ber 2012, Az. 9 U 199/11). Der abgelöste Pkw-Kredit hätte fortgesetzt werden können, die Umschuldung nützte allein dem Mann. Die Annahme, dass der rest-liche Kredit den Möbelkauf ermöglichen und damit auch der Ehefrau zugutekommen sollte, beruhte auf einer Täuschung durch den Mann und reicht nicht aus, um die Frau zur Darlehensnehmerin zu machen; sie ist nur Mithaftende. Da vermutet werden muss, dass die Frau die Mithaftung nur aus emotionaler Verbundenheit zu ihrem Mann übernahm und die Bank dies in anstößiger Weise ausnutzte, ist der Ver-trag mit der Ehefrau sittenwidrig und nichtig.

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