Blaich und Partner Rechtsanwälte mbB

Wenn die Umschichtung des Depots Verluste bringt

Auf Empfehlung der Bank gab die Kundin im Mai 2008 ihre Anteile an einem offenen Immobilienfonds zurück und kaufte stattdessen zum Preis von 50 Euro pro Stück nebst fünf Prozent Agio Anteile an einem Dachfonds, der wiederum in mehrere offene Immobilienfonds investierte. Der Dachfonds wurde im Herbst 2010 geschlossen und aufgelöst. Die Anleger erhielten 22,20 Euro pro Anteil zurück. Die Kundin verklagte die Bank auf Schadenersatz wegen ungenügender Aufklärung über die Risiken, hatte damit aber beim Oberlandesgericht Schleswig keinen Erfolg (Urteil vom 19. September 2013, Az. 5 U 34/13). Die Bank muss auch bei einer von ihr selbst angeregten Depotumschichtung nicht beweisen, dass die neuen Papiere den alten überlegen waren. Es genügt, dass sowohl die Empfehlung des Verkaufs der alten Papiere als auch der Rat, sie durch andere Papiere zu ersetzen, auf einer vertretbaren Prognose beruhen. Über die Möglichkeit der Schließung des Dachfonds brauchte die Bank die Kundin nicht zu informieren, da im Mai 2008 ein Liquiditätsengpass nicht vorhersehbar war.

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