Blaich und Partner Rechtsanwälte mbB

Bonus in der Krise

Von Rechtsanwalt Dr. Claudius Arnold

Die Bank schrieb dem Leiter der Abteilung „Aktien Sales Trading“ und den Mitarbeitern der Investmentsparte im Sommer 2008, dass ein Bonus-Pool von 400 Mio. Euro für 2008 bereitgestellt werde. Im Dezember 2008 erfuhr der Abteilungsleiter durch einen weiteren Brief, dass sein Bonus vorläufig auf 172.500 Euro festgesetzt werde. Im Februar 2009 beschloss die Bank angesichts eines operativen Verlusts von 6,5 Mrd. Euro, die Boni um 90 % zu kürzen, beim Abteilungsleiter auf 17.250 Euro. Dieser klagte auf Zahlung der Differenz zum vollen Bonus, ohne Erfolg (Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 12. Oktober 2011, Az. 10 AZR 746/10). Die Briefe der Bank sind nicht als Zusage eines bestimmten Bonus auszulegen. Da die Finanzmarktkrise Ende 2008 zu existenzgefährdenden Verlusten der Bank geführt hatte, entsprach es billigem Ermessen, nur einen kleinen Teil des Pools auszuschütten.

Veröffentlichung lesenpdf