Blaich und Partner Rechtsanwälte mbB

Nicht abgeschreckt

Von Rechtsanwalt Dr. Claudius Arnold

Ein Kunde erwarb im März 2005 auf Empfehlung seiner Bank eine „6 % Automobil-Anleihe XXL“ der WestLB. Sollte einer von vier Autoherstellern, darunter General Motors (GM), vor Fälligkeit der Anleihe insolvent werden, hätte die WestLB das Recht gehabt, die Anleihe zu kündigen und dem Gläubiger statt der Rückzahlung eine Euro-Anleihe des insolventen Referenzunternehmens in Höhe des investierten Betrags zu liefern. Im Dezember 2005 verkaufte der Kunde die Anleihe mit erheblichem Verlust, den er von der Bank ersetzt haben wollte. Zur Begründung führte er unter anderem an, dass er von dem Geschäft Abstand genommen hätte, wenn er darüber aufgeklärt worden wäre, dass seine Bank von der WestLB 1,5 % Innenprovision erhält. Das nahm ihm das Oberlandesgericht Hamburg nicht ab (Urteil vom 15. Mai 2009, Az. 1 U 85/08). Der Anleger hatte nämlich einige Monate vor der Zeichnung der Anleihe in verschiedene andere Papiere investiert, ohne dass ihn die damit verbundenen Spesen abgeschreckt hätten.

Veröffentlichung lesenpdf