Blaich und Partner Rechtsanwälte mbB

Sorgfältiges Lesen lohnt sich

Von Rechtsanwalt Dr. Claudius Arnold

Die Kunden beteiligten sich im Jahr 2000 an einem Medienfonds, den ihnen die Bank zur Altersvorsorge empfohlen hatte. Den ausgehändigten Prospekt lasen sie nicht. Seit 2003 blieben die Ausschüttungen hinter den Prognosen zurück. Im Jahr 2006 verklagten die Kunden die Bank auf Schadensersatz wegen falscher Beratung, hatten damit aber beim OLG Frankfurt (Urteil vom 14. Januar 2008, Az. 18 U 28/07) keinen Erfolg. Ob die Bank einen Fehler machte, kann auf sich beruhen. Ansprüche der Kunden sind jedenfalls seit 31. Dezember 2004 verjährt. Die dreijährige Verjährungsfrist begann am 1. Januar 2002, weil die Kunden schon vorher, nämlich seit dem Jahr 2000, hätten wissen müssen, dass sich die Anlage nicht zur Altersvorsorge eignete und man sie daher falsch beraten hatte. Das Wissen fehlte ihnen nur, weil sie nach dem Beratungsgespräch den Prospekt nicht studierten, der auf sämtliche Risiken hinwies. Das war grob fahrlässig.

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