Blaich und Partner Rechtsanwälte mbB

Telefonischer Verkauf von Zertifikaten

Von Rechtsanwalt Dr. Claudius Arnold

Ein Kunde wurde im Februar 2007 von der Wertpapierberaterin seiner Bank angerufen und kaufte bei dem Telefonat 16 Lehman-Zertifikate aus dem Bestand der Bank zu einem Fest- preis. Die Zahlungsansprüche des Kunden aus dem Zertifikat hingen davon ab, ob und in welchem Umfang der Dow Jones EuroSTOXX 50 an bestimmten Stichtagen den Aus- gangswert unter- oder überschreitet. Über ein Widerrufsrecht belehrte die Bank den Kunden nicht. Im August 2007 wurden die Zertifikate in den Börsenhandel einbezogen. Im Oktober 2008 trat die Insolvenz von Lehman Brothers ein. Der Kunde verlangte von der Bank zunächst Schadensersatz wegen falscher Beratung. In der Gerichtsverhandlung widerrief er den Kauf der Papiere. Das Landgericht Krefeld (Urteil vom 14. Oktober 2010, Az. 3 O 49/10) verurteilte die Bank zur Rückabwicklung. Da es sich um Fernabsatz handelt, hatte der Kundegemäß §312d Abs.1 Satz 1 des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB) ein Widerrufsrecht.

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