Widerruf einer Lebensversicherung

Versicherer muss Einmalprämie nicht vollständig erstatten

Der Versicherungsnehmer (VN) zahlte im Jahr 2008 für eine fondsgebundene Lebensversicherung eine Einmalprämie von 30.000 €. Über sein Widerrufsrecht wurde er falsch belehrt. Im Dezember 2016 erklärte der VN den Widerruf. Er ist der Meinung, der Versicherer müsse ihm die gesamte Einmalprämie erstatten. Das Oberlandesgericht Stuttgart kam im Urteil vom 6.12.2018 (Az. 7 U 107/18) zu einem anderen Ergebnis. Zwar konnte der VN noch widerrufen, da die Widerrufsfrist nicht zu belaufen begonnen hatte. Der Versicherer muss aber nur den Teil der Prämie zurückzahlen, der rechnerisch auf die Zeit zwischen dem Widerruf und dem nach der Sterbetafel zu erwartenden regulären Vertragsende entfällt. Das waren hier 21.725,10 €. Zusätzlich bekommt der VN den auf das erste Versicherungsjahr entfallenden Prämienteil zurück (967,74 €), insgesamt also 22.692,84 €.

Autor: Dr. Claudius Arnold

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