Wer zuerst kommt, kassiert nicht immer zuerst

Bei ihrer Sparkasse eröffneten die Eheleute im Jahr 2005 ein gemeinsames Sparkonto als so genanntes Oder-Konto, über das jeder von ihnen unter Vorlage des Sparbuchs allein und unbeschränkt verfügen durfte. Am 27. Dezember 2012 bat der Ehemann die Sparkasse, Auskunft über die Kontobewegungen seit dem 24. Juni 2011 zu geben und ihm die Hälfte des Guthabens zu überweisen. Doch der Auftrag blieb unerledigt. Wenig später legte die Ehefrau das Sparbuch bei dem Institut vor und wünschte eine Umbuchung von 34.500 Euro auf ein für sie allein geführtes Konto bei der Sparkasse. Dieser Aufforderung kam das Institut am 4. Januar 2013 nach. Dadurch verringerte sich das Sparguthaben auf dem Oder-Konto auf 177,77 Euro.

Der Ehemann nahm das Geldhaus zunächst auf Zahlung von 39.200 Euro in Anspruch, scheiterte aber in den ersten beiden Instanzen. Beim Bundesgerichtshof (BGH) verlangte er nur noch 17.700 Euro.

Damit hatte der Gatte nach dem BGH-Urteil vom 20. März 2018 keinen Erfolg (Az. XI ZR 30/16). Die Sparkasse war nicht verpflichtet, zuerst die Verfügung des Ehemanns auszuführen, da er kein Sparbuch vorwies. Auch musste sie das Guthaben nicht bis zur Vorlage des Sparbuchs durch den Ehemann aufrechterhalten. Mit der Auszahlung an die Ehefrau erlosch zugleich das Forderungsrecht des Ehemanns.

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